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Im Oberen Mittelrheintal ist "richtig gut Kirschen essen"

Sie tragen klangvolle Namen wie "Geisepitter", "Schöne von Chatenay", "Bopparder Kärcher" oder "Minister von Podbielski" und sind auch als rote Perlen vom Mittelrhein bekannt: über 80 Kirschsorten laden zu lukullischen Entdeckungsreise des Welterbes ein.

 

 

Der Obstbau verbreitete sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als wirtschaftliche Einnahmequelle im Welterbetal, insbesondere als Nachfolgekultur des damals krisengeschüttelten Weinbaus. Die klimatische Begünstigung des Mittelrheintals führte dazu, dass großflächig wärmebedürftige Steinobstarten angebaut wurden. Neben Pfirsichen, Pflaumen und Aprikosen sind noch heute zahlreiche Kirschbäume vorhanden, deren weißes Blütenkleid sich im Frühjahr über die Landschaft legt.

Die Besonderheit liegt in der bundesweit einmaligen Sortenvielfalt der Mittelrheinkirschen, denn von den über 80 entdeckten Kirschsorten kommt ein Drittel nur im Mittelrheintal vor. Fast 80% davon zählen zu den bundeweit gefährdeten Sorten. Viele dieser Raritäten tragen ihre Verwurzelung mit der Region auch in ihrem Namen und sind als "Perle von Filsen",  "Bopparder Kärcher" oder "Kesterter Schwarze" bekannt.

Nachdem der Schatz der Mittelrheinkirschen in den letzten Jahren wiederentdeckt worden ist, sollen nun die teilweise vom Aussterben bedrohten Steinobststorten gerettet werden. In Sonnengärten und entlang der Wanderwege wurden gefährdete Sorten nachgepflanzt. In Baumschulen sind viele Sorten wieder erhältlich.

Erste exklusive Kirschprodukte aus den heimischen Sorten wurden bereits kreiert. Schon jetzt laden jedes Jahr zur Kirschsaison die Welterbe-Gastgeber zu den "Kirschwochen" ein, bei denen Menüs rund um die Kirsche gezaubert werden und in unentdeckte Geschmackswelten verführen. Eine Renaissance des Kirschanbaus im Welterbe Oberes Mittelrheintal steht bevor!

Die "Perle von Filsen" hat eine besonders schöne Blüte

 

 

 

Kirschenvielfalt im Oberen Mittelrheintal

 

 

 

"Bopparder Krächer"

"Kesterter Schwarze"