English

Landschafts- und Nutzungsgeschichte

Bis auf die Felsbereiche sind alle Biotope auch eine durch Menschen beeinflusste Kulturlandschaft. An den Südhängen finden sich bis heute Bezirke einstiger Eichenwälder, an den übrigen Hängen buchenreiche Wälder, wie auch Linde und Ulme an den nördlichen Ausläufern. Die Felsen und ihre Umgebung bieten Lebensraum für Wärme liebende Trockenwälder, Trockengebüsche, kleine Trockenrasen und Gesteinshalden mit artenreicher Ansammlung von Pflanzen und Tieren.

Dörscheider Heide
Dörscheider Heide

Seit der Römerzeit, aber besonders seit etwa 800 nach Christus, erfährt die Region eine stärkere Besiedlung durch Menschen. Weinberge wurden zuerst im Talgrund angelegt. Neben Weinbau bestand eine wirtschaftliche Beweidung und Rodung der Wälder.

 

Die folgenden Jahrhunderte bescheren der Region eine starke Ausweitung des Weinbaus auf Hänge und Seitentäler. Ein spürbarer Rückgang erfolgte erst Ende des 19. Jahrhunderts durch die schädliche Reblaus. Viele ehemalige Weinbergsflächen wurden in Obstbauflächen (vor allem Süß- und Sauerkirsche) umgewandelt. Bis circa 1960 wurde der erwerbsmäßige Obstbau sukzessive aufgrund des aufwendigen Anbaus am Mittelrhein fast vollständig aufgegeben. Die ursprünglich selteneren Trockenbiotope vergrößerten sich dadurch und bieten bis heute für viele Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten Refugien. Nutzungsrückgang und Verbuschung (Wiederbewaldung) bedrohen jedoch die Trockenbiotope. Ziel ihres Erhalts am Mittelrhein ist die Offenhaltung der Flächen durch extensive Nutzung.

Impressum

Burg Katz, St. Goarshausen
Burg Katz, St. Goarshausen